Trondheim 2026

Anfang März 2026 flogen 12 Schülerinnen und Schüler unserer Schule nach Trondheim, um für eine Woche Gast an Thora Storm videregående skole zu sein. Während in Osterholz-Scharmbeck bereits der Frühling einzog, trafen wir in Trondheim auf vereiste Wege, Restschnee und maximal 6 Grad Celsius.

Auf dem Programm standen u.a. eine Stadtbesichtigung, der Besuch des Nidarosdom mit einer Führung, ein Besuch an der NTNU zum Thema „Quick Clay und Besuche verschiedener Museen in sowie die Teilnahme an der Schul-Revue. Vielen Dank an die Gastfamilien.

Wir haben uns in diesem Jahr für das Thema „Nachhaltiges Bauen unter besonderen Bedingungen“ entschieden. In Trondheim spielt der flüssige Ton „Quick clay“ eine besondere Rolle. In Bremen werden wir uns mit der Entwicklung in der Überseestadt beschäftigen.

Zunächst zum „Quick Clay“: (Quickton) Erdrutsche aus schnellfließendem Ton sind in Norwegen und Schweden weit verbreitet. Das enthaltende Kochsalz wurde aus dem Ton durch Regenwasser oder Grund-wasser ausgewaschen, sodass die Stabilität zwischen den Tonteilchen beeinträchtigt ist. Die nicht-verfestigten Tone werden durch Erschütterungen verflüssigt. Durch eine Überlastung verliert der schnellfließende Ton jegliche Festigkeit und Widerstandskraft und fließt wie eine Flüssigkeit. In einem Vortrag an der NTNU Trondheim haben wir erfahren, welche geologische Entwicklung sich dahinter verbirgt und was beim Bauen beachtet werden muss. Wir haben erfahren, dass sich z.B. der Bereich Bakklandet auf solch einer Blase befindet. Da heißt, es dürfen keine schweren Baufahrzeuge eingesetzt werden, um den Boden nicht zu überlasten. Eine Herausforderung für den Hausbau.

In Trondheim gibt es deshalb ein Warnsystem, das den Boden in den betroffenen Gebieten minütlich überwacht und gegebenenfalls Warnungen für die Räumung von Gebäuden aus-spricht.

Vielen Dank an Hans Ola Fredin, Professor Department of Geoscience (Hans Ola Fredin NTNU) und Egil Tjåland, Professor Department of Geoscience (Egil Tjåland – NTNU) für einen absolut lebendigen Vortrag („die Powerpoint sind wir“).

In der Woche vom 16.03. bis 20.03.2026 besuchten uns die norwegischen Schülerinnen und Schüler. Als zentrale Punkte hatten wir die Entwicklung der Überseestadt, eine Stadtbe-sichtigung der besonderen Art „Bremen von Oben“ sowie eine Exkursion ins Wattenmeer ausgewählt.

Die Entwicklung in der Überseestadt haben wir uns den Bereich des ehemaligen Kellogs-Gebäudes, die Flakkes-Fabrik (Kellogg Höfe – denkmalstadt GmbH, Kellogg Pier – denkmalstadt GmbH) und im Bereich Stephanitor die Entstehung des Grøn angeschaut.

Wir möchten uns recht herzlich bei Frau Stefanie Padberg für die Organisation der Führung und bei Herrn Kerstein und Frau Nagel für die Führung selbst bedanken.

Die „Reise“ begann am Grøn. Das „Grøn“ ist ein flexibles Bürogebäude mit einer besonderen Fassadenbegrünung, die sich rund um das Gebäude zieht. Die Pflanzen werden in Kübeln untergebracht. Ein Regenwasserspeicher sorgt für nachhaltige Bewässerung. Herzstück ist eine Dachterrasse im vierten Obergeschoss. Des Weiteren werden eine Aufbewahrung für Fahrräder sowie entsprechende sanitäre Einrichtungen für das Frischmachen nach der Fahrt mit dem Fahrrad zur Verfügung stehen.

Der zweite Besichtigungspunkt war das Hotel „John & Will“, benannt nach den beiden Brüdern der Kelloggs-Familie.

Auch hier erfuhren wir viel über die bauliche Entwicklung: Sozusagen von den Silos für die Aufbewahrung des Getreides bis hin zur Gestaltung der Zimmer in den vier ehemaligen Silotürmen. Wir erhielten Informationen über die baulichen Herausforderungen sowie die Gestaltung der Zimmer. Und, wie uns der Bauleiter verriet: Am Anfang der Nutzung roch es überall im Hotel nach den bekannten Flakes.

Was ist für die bauliche Entwicklung wichtig?

  • Nachhaltigkeit:
  • Re-Use von Bestandsbauteilen, Reduktion grauer Energie durch Umnutzung statt Abriss/Neubau
  • Energetische Konzepte, Dach-/Fassadenbegrünung, Regenwassermanagement und stadtklimatische Maßnahmen (Wind, Verschattung an Wasserkanten)

Wichtig ist auch die Entwicklung einer sehr effizienten Wärmeproduktion, die später das gesamte Quartier versorgen soll. Die Eisbahn stand uns leider auf Grund der zu hohen Temperaturen nicht mehr zur Verfügung.

Warum ist die Entwicklung der Überseestadt so bedeutsam:

  • Der Bestand wird als Ressource genutzt:
  • Erhalt, Umnutzung und Ergänzung von Speicher-, Schuppen- und Kaimauerstrukturen 

Worauf muss geachtet werden:

  • Lärm/Emissionskonflikte:
    • schallschützende Fassaden, höhenversetzte Wohnniveaus.
  • Klimaanpassung/Hochwasser:
    • Warftbauweisen, erhöhte Bodenplatten, rückhaltesichere Materialien, aktivierte Erdgeschossränder trotz Schutzanforderungen.
  • Wind:
    • Abgestufte Baukörper, geschützte Höfe.

Und am letzten Tag: Der Besuch der Weltkulturerbes Niedersächsisches Wattenmeer in Cuxhaven:

(Text: BUN, Bilder: BUN, KTN)

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